
Ist Funktechnik im Zeitalter von Smartphones und 5G-Netzen längst veraltet? Keineswegs. Der Amateurfunk besitzt bis heute ein enormes Innovationspotenzial. Er ist bedeutungsvoll für die globale Kommunikation.
Auf der RSGB-Tagung 2026 trafen sich vier führende Verbandspräsidenten. Steve Thomas von der RSGB moderierte das Gespräch. Mit dabei waren Tim Ellam (IARU) und Bob Beebe (RSGB). Auch Christian Entsfellner (DARC) und Jeffery Roe (IRTS) nahmen teil. Ihre Botschaft ist klar.
Die Funktechnologie wandelt sich stark. Gleichzeitig braucht der Amateurfunk starke Verbände zur Verteidigung der Frequenzen.
Frequenzteilung als Vertrauensbeweis der Behörden
Regulierungsbehörden vergeben Frequenzen heute selten in starren Blöcken. Stattdessen setzt sich die Frequenzteilung immer weiter durch. Satellitendienste nutzen insbesondere Frequenzen nahe dem 70-cm-Band. Behörden verwalten freie Kapazitäten heute sehr dynamisch. Christian Entsfellner Vorsitzender des DARC nennt ein wichtiges Beispiel aus Deutschland. Dort teilen sich Funkamateure die Mikrowellenbänder oft mit dem Militär. Diese Partnerschaft schützt vor dem Frequenzhunger kommerzieller Mobilfunkanbieter. Auch Landesgrenzen spielen eine wichtige Rolle. In Österreich nutzen andere Dienste die obersten 90 kHz des 70-cm-Bands. Das erfordert an den Grenzen höchste technische Präzision. Für Jeffery Roe (IRTS) ist diese Frequenzteilung ein echtes Gütesiegel. Die Behörden vertrauen auf die hohe Kompetenz der Funkamateure. Funkamateure handeln im geteilten Spektrum fair und präzise. So beweisen sie sich als verlässliche Partner der Regulierungsbehörden.
Nachwuchs gewinnen durch Outdoor-Aktivitäten
Die Mitglieder in den über 170 IARU-Verbänden werden immer älter. Deshalb hat die IARU-Region 1 ein eigenes Jugendkomitee gegründet. Zudem fließen nun mehr Gelder direkt in die Nachwuchsförderung. Das Hobby verändert seinen Charakter komplett. Amateurfunk findet nicht mehr nur isoliert im heimischen Funkkeller statt. Er wird zum aktiven Gemeinschaftserlebnis in der Natur. Programme wie SOTA (Berge) oder POTA (Parks) liegen voll im Trend. Auch Schulkontakte zur Raumstation ISS begeistern junge Menschen. Sie verbinden moderne Technik mit echtem Teamgeist. Das hat auch große wirtschaftliche Vorteile. Jugendliche lernen so früh die Grundlagen der Hochfrequenztechnik kennen. Der Amateurfunk sichert damit wichtige Fachkräfte für den Arbeitsmarkt von morgen.
Software ersetzt den klassischen Lötkolben
Über 90 Prozent des Amateurfunkspektrums liegen oberhalb von 144 MHz. Hier liegt ein gewaltiges Potenzial für neue Ideen. Statt am Lötkolben entsteht Innovation heute meist am Computer. Software Defined Radio (SDR) und digitale Signalverarbeitung dominieren die moderne Funkwerkstatt. Funkamateure programmieren eigene digitale Betriebsarten wie M17 und neue Codecs. Skepsis gegenüber Neuem gab es im Hobby schon immer. Das galt früher für SSB und später für FT8. Bob Beebe (RSGB) vergleicht das mit der Musikbranche. Dort erlebt die klassische Schallplatte heute ein großes Comeback. Ähnlich läuft es beim Funken. Viele junge Leute starten mit digitalen Software-Modi. Später entdecken sie dann ihre Leidenschaft für die klassische Morsetelegrafie. Der Amateurfunk verbindet gelebte Tradition mit modernster Technik.
Unsichtbare Diplomatie schützt unsere Frequenzen
Ohne nutzbare Frequenzen stirbt das Hobby aus. Die IARU vertritt die Funkamateure weltweit bei den wichtigen ITU-Tagungen. Ein Fall aus Zentralamerika zeigt die Bedeutung dieser Arbeit. Dort wollte eine Behörde die Lizenzgebühr auf 500 US-Dollar erhöhen. Die IARU schritt ein und klärte die Behörde auf. Die Gebühr wurde stark gesenkt. Für Jugendliche wurde sie sogar komplett gestrichen.
Auf der Weltfunkkonferenz 2023 kämpften rund 20 ehrenamtliche Experten für unsere Frequenzen. Sie arbeiteten vier Wochen lang intensiv in den Regierungsdelegationen mit. Doch Tim Ellam warnt vor einem kommenden Problem. Nach der Konferenz 2027 gehen viele erfahrene Experten in den Ruhestand. Es werden dringend junge Nachfolger für diese wichtige Frequenzdiplomatie gesucht. Nationale Verbände wie der DARC arbeiten eng mit Behörden wie der Bundesnetzagentur zusammen. Christian Entsfellner nennt das aktives Frequenzmanagement statt reiner Verteidigung. Bob Beebe bringt es deutlich auf den Punkt. Der Schutz der Frequenzen ist der wichtigste Grund für eine Verbandsmitgliedschaft. Nur mit vielen Mitgliedern haben Verbände wie DARC oder RSGB eine starke Stimme.
Der Mensch steht immer im Mittelpunkt
Die Zukunft des Amateurfunks verbindet moderne Software mit großer Experimentierfreude. Doch trotz aller High-Tech-Entwicklungen bleibt der Kern des Hobbys gleich. Tim Ellam betont diesen Punkt zum Abschluss besonders. Im Zentrum steht immer der Mensch. Der Amateurfunk ist ein weltweites Netzwerk. Er verbindet Menschen aller Kulturen durch eine gemeinsame Leidenschaft. Das Interview in englischer Sprache findet ihr auf dem YouTube-Kanal des RSGB über den Link: https://t1p.de/srv29
Am Samstag, dem 14. November, findet im Hotel Stadt Baunatal, Wilhelmshöher Str. 5 in 34225 Baunatal die Mitgliederversammlung des DARC e.V. statt. Der Tag beginnt um 9 Uhr mit einer offenen Diskussionsrunde für DARC-Mitglieder, in der bis etwa 10:30 Uhr ein Meinungsbild zu den vorliegenden Anträgen erarbeitet wird. Im Anschluss beginnt um 11 Uhr die eigentliche Mitgliederversammlung, die bis ungefähr 18 Uhr fortgeführt wird und ebenfalls öffentlich für alle DARC-Mitglieder ist.
Die Unterlagen zur Versammlung nebst Tagesordnung und der vorliegenden Anträge sind unter https://www.darc.de/der-club/vo-ar/ar/ abrufbar (vorheriger Login als Mitglied erforderlich).
Der im September 2026 von Funkamateuren aus Deutschland, Lettland, dem Vereinigten Königreich und den USA gegründete Dog Day Telegraphy Club veranstaltet vier Mal im Jahr die „Open mechanical key activity“. Die einstündige Aktivität findet jeweils am ersten Freitag im Monat – in Kürze am 6. November – abends im 80-m-Band statt. Eingeladen sind alle Telegrafisten mit mechanischen Tasten, also Handtasten, Schlackertasten (Bugs) oder Cooties. Elektronische Tasten oder Computertasten sind nicht erwünscht! Es geht darum, den Sound mechanischer Tasten aufleben zu lassen.
Frequenzen sind 3520 bis 3560 kHz, wobei auf QRP-Op bitte Rücksicht genommen werden sollte. Ausgetauscht werden RST (bitte ehrlich und nicht immer 599), Alter des Op und Typ der Taste. Typ ist „S“ für Handtaste („Straight key“), „B“ für Schlackertaste („Bug“) und „C“ für Cootie. Anruf ist „CQ MK“. Gewertet wird die Summe der Altersangaben aller QSO-Partner. Dubletten sollen im Log bleiben, sie werden von Amts wegen gestrichen und führen nicht zu einer Abwertung. Die vollständige Ausschreibung findet sich auf der Hompage des Clubs: https://dogdaytelegraphy.org/mechanical-key/. Die nächsten Termine sind: 4. Dezember 2026 18:00 UTC; 5. Februar 2027 18:00 UTC; 7. Mai 2027 19:00 UTC; 1. Oktober 2027 18:00 UTC; 3. Dezember 2027 18 Uhr UTC. Anfragen in englischer Sprache sendet man an info(at)dogdaytelegraphy.org, Anfragen in deutscher oder englischer Sprache an df4wx(at)darc.de. Darüber berichtet Michael Straub, DF4WX.
Der Sonnenwind hat sich deutlich abgeschwächt, und das wird in den nächsten 24 Stunden so bleiben. Es ist daher mit ruhiger geomagnetischer Aktivität (Kp 0–2) zu rechnen. Anders sieht es in Bezug auf das Flarerisiko aus, zwei Sonnenflecken zeigen eine zunehmend komplexere Konfiguration, damit ist das Risiko gestiegen - auf "mäßig" (M25% X10%). Auch der solare Flux hat zugelegt - auf 100 Einheiten. |
Gute Nachrichten für alle an Funkwetter und Ausbreitungsbedingungen Interessierten: DK0WCY nutzt ab sofort neue, hochwertige Datenquellen für wichtige Sonnenaktivitätsparameter. Die Sonnenfleckenrelativzahl wird nun von SILSO (Sunspot Index and Long-term Solar Observations) in Belgien bezogen. Mit der EISN (Estimated International Sunspot Number) steht eine international abgestimmte Kennzahl zur Verfügung, die die Beobachtungen zahlreicher Sonnenobservatorien weltweit zusammenführt und damit eine besonders belastbare Grundlage bietet. ▶️
Auch der solare Flux wird künftig direkt von der offiziellen Quelle, dem Dominion Radio Astrophysical Observatory (DRAO) in Kanada, übernommen. Zusätzlich erfolgt die Darstellung nun mit einer Nachkommastelle, was eine noch präzisere Wiedergabe ermöglicht.
Ab dem 4. November werden diese Verbesserungen ebenfalls im täglichen Funkwetterbericht (FunkWX) umgesetzt. Damit stehen Funkamateuren und Kurzwelleninteressierten noch genauere und wissenschaftlich fundierte Informationen für die Beurteilung der Ausbreitungsbedingungen zur Verfügung.
Siehe auch http://dk0wcy.de/magnetogram/.
Die Geschwindigkeit des Sonnenwinds hat weiter abgenommen. Die geomagnetische Aktivität ist allgemein ruhig (Kp 0–2). Wie auch die Sonne, sie zeigt ein geringes Flarerisiko (M05% X01%). Auf den verfügbaren Satellitenbildern sind keine koronalen Masseauswürfe (CMEs) zu erkennen. Brauchbare bis gute DX-Bedingungen: tagsüber auf 20/17/15 m, nachts 80/40 m. |
Am 4. November findet auf dem Treff.DARC der Vortrag „Antennen anpassen mit PASAN: Smith-Diagramm anschaulich nutzen“ statt. Beginn ist um 19 Uhr. Weitere Informationen nebst dem Teilnahmelink finden Sie auf treff.darc.de .
Vom 19. bis 23. Dezember 2026 findet das nächste YOTA (Youngsters On The Air) Subregional Camp im Euro Space Center in Transinne (Belgien) statt – und du könntest dabei sein! Organisiert wird das Camp von der belgischen Amateurfunkvereinigung UBA. Insgesamt werden 25 junge Funkamateure aus Belgien, Deutschland, den Niederlanden, Luxemburg, Frankreich und Großbritannien zusammenkommen, um fünf spannende Tage rund um den Amateurfunk zu erleben.
Dich erwarten:
Wir suchen das deutsche YOTA-Team!
Für Deutschland stehen dem DARC insgesamt 3 Plätze zur Verfügung:
Der DARC stellt das deutsche Team zusammen und meldet die ausgewählten Personen offiziell beim Veranstalter an. Die Auswahl erfolgt durch das AJW-DL-Referat.
So kannst du dich bewerben:
Wenn du Interesse hast, schicke uns eine E-Mail mit einigen Informationen über dich. Erzähle uns beispielsweise, welche Erfahrungen du bereits im Amateurfunk gesammelt hast, was dich besonders interessiert und warum du gerne beim YOTA Camp dabei sein möchtest.
Bitte gib auch dein Alter, dein Rufzeichen (falls vorhanden) und an, ob du dich als Teamlead oder als Teilnehmer bewirbst. Bitte gebe auch eine Telefonnummer an, wo wir dich ggf. bei Rückfragen erreichen können.
Deine Bewerbung muss bis spätestens 10. November 2026 per E-Mail bei uns eingehen:
Da die Plätze für Deutschland auf drei Personen begrenzt sind, müssen wir gegebenenfalls unter den Bewerbungen auswählen. Idealerweise möchten wir auch jungen Funkamateuren eine Chance geben, die bisher noch nicht an einem internationalen YOTA Camp teilgenommen haben. Eine erneute Teilnahme ist selbstverständlich nicht ausgeschlossen.
Teilnahme und Kosten
Dank der Unterstützung durch Sponsoren beträgt die Teilnahmegebühr lediglich 35 Euro für fünf Tage und vier Übernachtungen. Hinzu kommen die individuellen Anreisekosten, die du als Teilnehmer selbst tragen musst.
Weitere Informationen
Alle Informationen zum Camp findest du auf der offiziellen Veranstaltungsseite:
Die Ankündigung des belgischen Amateurfunkverbandes UBA findest du hier:
https://www.uba.be/nl/nieuws/registraties-yota-kamp-belgie-geopend
Weitere Informationen über das internationale YOTA-Programm und Eindrücke vergangener Veranstaltungen gibt es unter:
Wichtig: Die Bewerbung für das deutsche Team erfolgt ausschließlich über das AJW-Referat des DARC. Bitte melde dich nicht eigenständig über das belgische Anmeldeformular an.
Wir freuen uns auf deine Bewerbung und darauf, gemeinsam mit euch ein engagiertes deutsches Team nach Belgien zu schicken!
Bei Fragen kannst du dich jederzeit gerne an uns wenden.
Darüber informiert Florian Schmid, DL1FLO, vom DARC AJW-Referat.
Conteste in der Kalenderwoche 45/2026 - 02.11.26 bis 08.11.26 ►
Mo 02.11.26 Di 03.11.26 Mi 04.11.26 Do 05.11.26 Fr 06.11.26 Sa 07.11.26 So 08.11.26 16:30 - 17:29Die Sonnenwindgeschwindigkeit ist leicht erhöht, wird aber in den nächsten 24 Stunden langsam abnehmen. Die geomagnetische Aktivität wird ruhig bis unruhig sein. Das Flarerisiko ist sehr gering (M01% X01%). Meist brauchbare, teils gute DX-Bedingungen. |
Für die drei Türme in Beidler in Luxemburg (JN39DR) herrscht nun Gewissheit: Sie werden am Freitag, dem 6. November, gegen 15 Uhr gesprengt. Die Firma Liesegang aus Hürth (D) wird die Sprengladungen zünden, die notwendigen Vorbereitungen hierfür laufen bereits. Die drei Sendemasten in Beidler gehören zum Broadcasting Center Europe (BCE), einer Tochtergesellschaft der RTL Groupe. Von 1972 bis zum 2. Januar 2023 (1 Uhr) sendeten sie Langwellenprogramme mit dem französischsprachigen Radioprogramm von RTL nach Frankreich.
Darüber berichtet Mich Friederich, LX1KQ, vom Amateurfunkverband Radioamateurs du Luxembourg (RL). RTL Luxemburg berichtet unter https://www.rtl.lu/news/national/de-6-november-ginn-dmasten-zu-beidler-gesprengt-2099246245.
(Foto: Ioni at Luxembourgish Wikipedia, Beidweiler Sender, CC BY-SA 3.0 LU)
In diesem Jahr jährt sich die Entdeckung des nach Georg Simon Ohm benannten Zusammenhangs zwischen Strom, Spannung und Widerstand zum 200. Mal. Bereits 1826 veröffentlichte Ohm die grundlegenden Ergebnisse seiner Untersuchungen, die er 1827 in seinem Hauptwerk 'Die galvanische Kette, mathematisch bearbeitet' ausführlich darlegte. Das heute nach ihm benannte Ohmsche Gesetz beschreibt die Beziehung dieser Größen mit der bekannten Formel U = R · I und zählt zu den wichtigsten Naturgesetzen der Elektrotechnik. ▶️
Was heute in wenigen Sekunden vermittelt werden kann, war zu Ohms Zeiten eine wissenschaftliche Pionierleistung. Ohm gelang es erstmals, elektrische Vorgänge quantitativ zu beschreiben und berechenbar zu machen. Seine Arbeit legte damit einen Grundstein für die Entwicklung der Elektrotechnik, der Nachrichtentechnik und letztlich auch der modernen Informationsgesellschaft.
Für Funkamateure gehört das Ohmsche Gesetz zum täglichen Handwerkszeug. Ob bei der Berechnung von Spannungen und Strömen in Sendern, Netzteilen und Antennenanlagen, bei der Fehlersuche oder beim Verständnis elektronischer Schaltungen: Die von Georg Simon Ohm erkannten Zusammenhänge sind aus dem Amateurfunk nicht wegzudenken.
Obwohl das Gesetz zunächst auf Skepsis stieß, wurde seine Bedeutung später weltweit anerkannt. Heute tragen die internationale Einheit des elektrischen Widerstands, das Ohm mit dem Einheitenzeichen Ω, sowie zahlreiche wissenschaftliche Einrichtungen und Auszeichnungen seinen Namen.
Das Jubiläumsjahr 2026 erinnert an eine Entdeckung, die weit über die Physik hinauswirkt und auch nach zwei Jahrhunderten nichts von ihrer Bedeutung verloren hat. 200 Jahre nach der Veröffentlichung des Ohmschen Gesetzes bleibt Georg Simon Ohms Werk eine unverzichtbare Grundlage für Forschung, Technik und den Amateurfunk.
Bild: Gemälde des Physikers Georg Simon Ohm (Bayerische Akademie der Wissenschaften; gemeinfrei, Ausschnitt)
Aktuell drückt der schnelle Sonnenwind von rund 500 km/s die maximal nutzbaren Frequenzen deutlich nach unten: Lag die MUF für eine Sprungdistanz von 3000 km am Standort Dourbes in Belgien gestern Morgen um 0705 UTC noch bei etwa 20 MHz, wurden heute zur gleichen Zeit nur noch rund 13 MHz gemessen. Doch was genau steckt hinter den häufig verwendeten Begriffen foF2 und MUF? Worin unterscheiden sich beide Kenngrößen, welche Aussagekraft haben sie für die Kurzwellenausbreitung und welche davon ist für Funkamateure im praktischen Betrieb besonders relevant? ▶️
Die foF2 ist die sogenannte Senkrechtfrequenz, also die höchste Frequenz, die bei senkrechter Abstrahlung zur Ionosphäre noch von der F2-Schicht zur Erde zurückgebrochen wird. Vereinfacht gesagt beschreibt sie die maximale nutzbare Frequenz für eine Sprungdistanz von praktisch 0 km.
Wird dagegen von der MUF gesprochen, ist meist die MUF(3000)F2 gemeint, oft auch kurz als MUF3000 bezeichnet. Sie beschreibt die maximale nutzbare Frequenz für eine Einzelsprungverbindung über 3000 km und ist damit deutlich praxisnäher für den DX-Verkehr. Der zugrunde liegende Elevationswinkel liegt bei typischen F2-Schichthöhen bei etwa 10° über dem Horizont. Grundsätzlich gilt: Je flacher der Abstrahlwinkel, desto größer die erreichbare Sprungdistanz.
Die MUF3000 wird häufig nicht direkt gemessen, sondern aus der foF2 berechnet. Dazu wird die foF2 mit einem Faktor multipliziert:
MUF(3000)F2 = foF2 × X
Dieser Faktor (X) liegt je nach Standort und ionosphärischen Bedingungen meist zwischen 2,5 und 4. Er berücksichtigt den Umstand, dass bei flacheren Einfalls- und Ausfallswinkeln deutlich höhere Frequenzen genutzt werden können als bei senkrechter Ausbreitung. Während die foF2 also vor allem ein Maß für die aktuelle Ionisierung der F2-Schicht ist, liefert die MUF3000 eine direkte Aussage darüber, welche oberen Kurzwellenbänder für Weitverkehrsverbindungen tatsächlich nutzbar sind.
Abb. in: https://www.propquest.org/graphs?type=live
Seit heute ist die EIBI-Liste für den Winter 2026/2027 veröffentlicht, eine von dem deutschen Kurzwellen-Enthusiasten Eike Bierwirth gepflegte Frequenzdatenbank, die weltweit von Kurzwellenhörern, DXern und Funkamateuren genutzt wird. Sie enthält aktuelle Informationen über Rundfunksender, Utility-Dienste und andere Aussendungen im Kurzwellenbereich und wird regelmäßig an die jeweiligen Sendepläne der Sommer- und Wintersaison angepasst. Für jede Aussendung sind unter anderem Frequenz, Sendezeiten in UTC, Wochentage, Sprache, Zielgebiet, Sendername und häufig auch der Sendeort aufgeführt. ▶️
Die EiBi-Liste hilft vor allem dabei, unbekannte Signale zu identifizieren. Wer beim Abstimmen über die Kurzwellenbänder auf eine Station stößt, kann Frequenz und Uhrzeit mit den Einträgen der Datenbank vergleichen und erhält oft sofort Hinweise darauf, welcher Sender oder Dienst aktiv ist. Dadurch ist die Liste nicht nur für den klassischen Rundfunk-DX interessant, sondern auch für die Beobachtung von Flugfunk, Seefunk, Zeitzeichensendern, Wetterdiensten und weiteren Funkdiensten außerhalb des Rundfunks.
Durch ihre hohe Aktualität und die sorgfältige Pflege gilt die EiBi-Liste heute als eine der wichtigsten Referenzquellen im internationalen Kurzwellen-DX. Viele Empfängerprogramme, SDR-Anwendungen und Online-Datenbanken nutzen sie als Grundlage oder bieten einen direkten Import der Frequenzdaten an. Für Funkamateure ist sie zudem eine wertvolle Hilfe, um Rundfunk- und andere Aussendungen in der Nähe der Amateurfunkbänder schnell zu erkennen und einzuordnen.
Erklärungen zur Liste: https://www.eibispace.de/dx/README.TXT
Noch ist die Sonnenwindgeschwindigkeit langsam, jedoch führte eine Verdichtungszone (CIR) in der Nacht zu geomagnetisch aktiven bis leicht stürmischen Phasen (Kp 4-5). Diese CIRs entstehen, wenn schneller auf langsamen Sonnenwind stößt. Daher wird das Eintreffen eines Hochgeschwindigkeitsstroms (HSS) innerhalb der nächsten 3 bis 6 Stunden erwartet. Er stammt aus einem koronalen Loch und wird die geomagnetische Aktivität voraussichtlich auf G1/G2 (Kp 5-6) anheben. In Sachen Sonnenaktivität bleibt's ruhig (M01% X01%). ▶️
Für die kommenden Tage erwarten die Vorhersagezentren weiterhin eine ruhige Sonne. Die Wahrscheinlichkeit für M- oder X-Flares bleibt sehr gering. Die geomagnetische Aktivität dürfte an diesem Wochenende durch den Einfluss des Hochgeschwindigkeitsstroms erhöht bleiben und mit Wochenbeginn wieder auf ruhige bis leicht unruhige Werte zurückgehen. Für die Kurzwelle bedeutet dies wechselhafte Bedingungen mit zeitweiligen Dämpfungen auf transpolaren Strecken, ansonsten aber überwiegend brauchbaren Ausbreitungsverhältnissen auf den klassischen DX-Bändern 20, 30 und 40 Meter. Die oberen Bänder 15 und 10 Meter werden vor allem tagsüber und auf südlichen Pfaden weiterhin gelegentliche Öffnungen zeigen.
Allen Kurzwellenfreunden wünsche ich einen störungsfreien Empfang. 73 de Tom, DF5JL, vom HF‑Referat des DARC / FWBSt RHB.
Quellen: DK0WCY, SWPC/NOAA, NASA, USAF 557th Weather Wing, STCE/KMI (Belgien), IAP Juliusruh, SANSA Hermanus (Südafrika), WDC Kyoto, GFZ Potsdam, Met Office UK, DL8MDW/DARC‑HF‑Referat.
Die Halloween-Stürme des Jahres 2003 wird einigen Funkamateuren bis heute in Erinnerung geblieben sein. Weltraumwetter-Forscher betrachten sie als das bedeutendste Sonnensturmereignis der Satellitenära und als eines der stärksten seit dem berühmten Carrington-Ereignis von 1859. ▶️
Ende Oktober 2003 sorgte eine außergewöhnlich aktive Sonnenregion für eine Serie gewaltiger Sonneneruptionen und koronaler Massenauswürfe. Innerhalb weniger Tage wurden enorme Mengen elektrisch geladener Teilchen ins All geschleudert. Diese trafen die Erde und verursachten geomagnetische Stürme der höchsten NOAA-Kategorie G5 („Extreme“). Eine der Eruptionen gehörte zu den stärksten jemals gemessenen und wurde später auf etwa X45 geschätzt.
Besonders eindrucksvoll waren die Auswirkungen auf die Ionosphäre und damit auf den Funkverkehr. Während einige Kurzwellenbänder zeitweise nahezu unbrauchbar wurden, eröffneten sich auf anderen Frequenzen ungewöhnliche Ausbreitungswege. Funkamateure weltweit beobachteten starke Schwankungen der Ausbreitungsbedingungen, plötzliche Signaleinbrüche sowie außergewöhnliche DX-Möglichkeiten. Auch auf den VHF-Bändern sorgten die durch die Polarlichter verursachten Reflexionen für seltene Aurora-Verbindungen.
Für die breite Öffentlichkeit wurden die Ereignisse vor allem durch spektakuläre Polarlichter sichtbar. Diese waren nicht nur in Skandinavien, sondern auch über Mitteleuropa und in weiten Teilen Deutschlands mit bloßem Auge zu beobachten. Der Himmel leuchtete vielerorts in roten und grünen Farben und bot ein Naturschauspiel, das sonst nur in deutlich höheren Breiten zu sehen ist.
Die Folgen beschränkten sich jedoch nicht auf beeindruckende Himmelserscheinungen. Satelliten, Navigationssysteme und Funkdienste waren zeitweise beeinträchtigt, Flugrouten über die Polarregionen mussten angepasst werden, Astronauten auf der ISS suchten besser abgeschirmte Bereiche auf. Und in Teilen Schwedens kam es sogar zu Stromausfällen infolge geomagnetisch induzierter Ströme in den Energienetzen. Die Halloween-Stürme von 2003 gelten deshalb daher als eines der bedeutendsten Weltraumwetterereignisse der modernen Zeit.
Auch mehr als zwei Jahrzehnte später dienen die Halloween-Magnetstürme als wichtige Referenz für Forschung und Praxis. Sie zeigen eindrucksvoll, wie eng die Aktivität unserer Sonne mit dem Funkverkehr auf der Erde verknüpft ist und welche Auswirkungen extreme Weltraumwetterereignisse auf die technische Infrastruktur und die Amateurfunkkommunikation haben können. Für viele Funkamateure waren die Tage Ende Oktober 2003 eine seltene Gelegenheit, die Dynamik der Ionosphäre unmittelbar zu erleben und außergewöhnliche Ausbreitungsphänomene aus erster Hand zu beobachten.
Bild: Auf dieser Aufnahme vom 28. Oktober 2003 ist die riesige Sonnenfleckengruppe NOAA 10486 zu sehen, die für mehrere Extrem-Eruptionen verantwortlich war. Durch die Anordnung der Flecken erinnert die Sonnenscheibe an einen Halloween-Kürbis (Jack O'Lantern). Die Fleckengruppe war zeitweise mehr als zehnmal so groß wie die Erde und erzeugte die berühmten Halloween-Sonnenstürme von 2003.
Rund 40 interessierte Funkamateure aus dem gesamten Bundesgebiet nehmen vom 30. Oktober bis zum 1. November an einem Funktionsträgerseminar des DARC e. V. im Amateurfunkzentrum teil. Die Veranstaltung bildet den Abschluss des diesjährigen Seminarprogramms des Amateurfunkverbands mit hunderten Teilnehmern. Das DARC-Seminarzentrum in der Baunataler Lindenallee ist bereits seit 20 Jahren die Anlaufstelle für Funkamateure, die sich in ihrem Verein ehrenamtlich engagieren.
Die Funktionsträgerseminare, aufgeteilt in eine Veranstaltung für Ehrenamts-Neueinsteiger und eine für Fortgeschrittene, geben den Aktiven das Rüstzeug an die Hand, um die vielfältigen Aufgaben in den rund 1000 DARC-Ortsverbänden zu bewältigen. Die Themenbandbreite reicht von Rechts- und Verwaltungsfragen im Ehrenamt über Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, digitale Themen und Konfliktmanagement bis hin zum Freiwilligenmanagement und der Nachwuchsgewinnung. Ergänzt wird das Tagesprogramm durch abendliche Workshops und den obligatorischen Funkbetrieb im Turm des Amateurfunkzentrums.
Von hoher Bedeutung bei den Seminaren ist nicht nur die reine Wissensvermittlung: „Wir legen starken Wert auf den intensiven Austausch aller Beteiligten. Die Erfahrungen unserer ehrenamtlich tätigen Mitglieder können anderen Anregung und Hilfe sein, und unseren Fachreferenten helfen sie, inhaltlich stets am Puls der Zeit zu sein“, so DARC-Pressesprecherin Stephanie C. Heine. Auch im Jahr 2027 wird das Baunataler Seminarprogramm des DARC im gewohnten Umfang fortgesetzt. An vier Terminen (5.–7.3., 9.–11.4., 27.–29.9., 29.–31.10.) erhalten je eine Seminargruppe von Einsteigern und Fortgeschrittenen tiefe Einblicke in die Ehrenamtswelt des Amateurfunks.
Europa könnte vor einem neuen Flaschenhals in der Elektronikindustrie stehen, weil Leiterplatten knapp werden. Darüber berichtet heise.de. Hauptgrund ist die starke Abhängigkeit von asiatischen Produzenten, die gleichzeitig durch den KI-Boom immer stärker ausgelastet sind. Zusätzlichen Druck verursachen Engpässe bei wichtigen Materialien sowie Probleme in internationalen Lieferketten. Branchenverbände warnen vor ähnlichen Versorgungsproblemen wie während der Chipkrise 2020/2021. (Foto: Markus Erichsen / Pexels) |
An Halloween erreicht schneller Sonnenwind aus einem koronalen Loch die Erde. Daher ist mit erhöhter geomagnetischer Aktivität und Aurora-Effekten zu rechnen. Eine erhöhte Aktivität gibt es möglicherweise schon heute, wenn eine CME an der Erde vorbeizieht. Aufgrund drei sehr kleiner Sonnenfleckenregionen bleibt dagegen das Flareririsko sehr gering (M01% X01%). Mäßige bis gute Bedingungen. |
Zwei aktuelle Auszeichnung würdigen die herausragenden wissenschaftlichen Leistungen des Forschers und Unternehmers Prof. Dr.-Ing. habil. Dr. h. c. mult. Ulrich L. Rohde, DJ2LR/N1UL: die Medaille Bene merenti der Bayerischen Akademie der Wissenschaften sowie die Distinguished Affiliate Professorship der Technischen Universität München (TUM).
Prof. Dr.-Ing. habil. Dr. h. c. mult. Ulrich L. Rohde (86) wurde jetzt mit der Medaille Bene merenti in Gold durch die Bayerische Akademie der Wissenschaften ausgezeichnet. Damit ist der gebürtige Münchner, der heute in den USA lebt, erst die dritte Persönlichkeit, die in den vergangenen 45 Jahren diese Ehrung durch die Gelehrtengemeinschaft erhalten hat. Die Medaille ehrt Persönlichkeiten, die sich um die Akademie in herausragender Weise verdient gemacht haben. Als interdisziplinäre Plattform wisse die angesehene Institution die Arbeit und Wirkung ihres Ehrenmitglieds zu schätzen, was sie mit der Verleihung des Titels nun öffentlich mache, sagte deren Präsident Prof. Dr. Markus Schwaiger.
Einen „Brückenbauer zwischen Bayern und der Welt“ nannte Prof. Dr. sc. techn. Gerhard Kramer, Mitglied der Akademie, in seiner Laudatio Ulrich L. Rohde. Er verkörpere „die Verbindung zwischen Forscher und Förderer“ und sei schon für die personifizierte Verbindung aus großen Entdeckungen und Lebenswerk ein würdiger Empfänger der Medaille. „Er vereint die deutsche Ingenieurstradition mit einer internationalen Perspektive – nicht als abstraktes Ideal, sondern als Lebensweise, die sich in seiner eigenen Biografie widerspiegelt“, so Kramer.
In einem Festakt auf dem Campus der TU in Garching erhielt Ulrich L. Rohde darüber hinaus die Distinguished Affiliate Professorship der Hochschule. Er ist damit Vollmitglied des Lehrkörpers der Hochschule, einschließlich Promotionsrecht. Der ganzheitliche Ansatz, der die Arbeit Rohdes prägt, so Prof. Dr. Hans-Joachim Bungartz, Dekan der TUM School of Computation, Information and Technology der TUM, zeige sich nicht nur in seinen zahlreichen Publikationen, sondern auch am Firmenportfolio des Unternehmens Rohde & Schwarz, dem er als Miteigentümer Impulse liefere.
Laudator Prof. Dr.-Ing. Thomas Eibert, Inhaber des Lehrstuhls für Hochfrequenztechnik an der TUM, sagte, dass Rohde weit über seinen ursprünglichen forscherischen Schwerpunkt „Antenne“ und „Funk Frontend“ Akzente gesetzt und Unternehmen entwickelt, die bis heute ihre Spuren am Markt hinterlassen. Mit Lehrtätigkeiten in Deutschland, den USA, Rumänien und Indien wirke zudem seine Kompetenz auf globaler Ebene; die Berufung zum Visiting Scientist ans Massachusetts Institute of Technology (MIT) 2025 habe das Arbeitsfeld noch einmal bedeutend erweitert. Der Präsident der TUM, Prof. Dr. Thomas F. Hofmann, würdigte die Wirkung Rohdes auf künftige Forschergenerationen: Über Rohdes Lehrbücher, die als Standard gelten, würden diese mit umfassendem Grundlagenwissen versorgt. „Sie haben eine tiefe Handschrift in der Wissenschaft hinterlassen“, stellte er fest. „Damit wird Ihr Pioneering Spirit weitergegeben.“
Bei der Verleihung war hoher Besuch aus dem Massachusetts Institute of Technology (MIT) anwesend: Philip J. Erickson W1PJE, Director MIT Haystock Obervatory, und Prof. Tomas Palacios, Director Microsystems Technology Laboratories (MTL) am MIT.